Besichtigung des Atomkraftwerks Philippsburg – 1. April 2016

Entgegen des Datums handelte es sich um keinen Aprilscherz. Vom Stuttgarter Club organisiert haben wir uns mit etwa 20 Rotaractern auf den Weg gemacht eines der letzten aktiven Kernkraftwerke von Deutschland zu besichtigen.

Nach einer umfangreichen Einführung in die Themen Atomenergie und den Betrieb und Aufbau eines Kernkraftwerks haben wir uns auf eine mehrstündige Führung durch die Anlage begeben. Dabei sind wir vom Kühlturm und Maschinenhaus über den Leitstand bis in das innerste Herz vorgedrungen. Nach mehrfachen umfangreichen Strahlenschutzmessungen, dem Ankleiden entsprechender Schutzkleidung und das Passieren verschiedener Schleusen waren wir im Inneren des Containments. Dort haben wir bei 100%iger Luftfeuchtigkeit und 40 Grad im Schatten direkt neben dem Abklingbecken und den Brennstäben u.a. über den Sinn des Rettungsrings am Beckenrand sinniert.

Nachdem wir keinen Bademeister ausmachen konnten, haben wir uns wieder den fachlichen Themen zugewandt und viele spannende Details erfahren. Direkt über der Brennkammer stehend konnte man die erzeugte Leistung von 1.355 MW förmlich spüren. Immerhin reicht diese aus um die Hälfte aller Privathaushalte in Baden-Württemberg mit Strom zu versorgen.

Ebenso beeindruckend war die Größe des Generators, der diese elektrische Energie erzeugt. Diesen hätten wir uns größer vorgestellt. Genauso wie die drei einzigen Leitungen durch die diese Ströme fließen.

In der Abschlussdiskussion hat sich gezeigt, dass ein Großteil der Vorbehalte und Ängste gegenüber der Kernenergie genommen werden konnte. Trotzdem haben einige Teilnehmer den Heimweg mit gemischten Gefühlen angetreten. Immerhin sind wichtige Fragen wie die Endlagerung, Haftung und Risiko dieser Form der Energiegewinnung noch nicht endgültig geklärt bzw. greifbar.